Lexikon

Rund um die Schwangerschaft hören Sie immer wieder neue Begriffe, beim Gynäkologen, in Fachbüchern oder auch im Bekanntenkreis. Um Ihnen dieses „Fachchinesisch“ verständlich zu machen, erklären wir auf dieser Seite die am häufigsten verwendeten Wörter in klarer und einfacher Sprache.

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

A

Abort:

Fehlgeburt vor der 28. Woche.

AfP:

Alpha-Feto-Protein. Vom Kind produzierte Substanz, die im Blut der Mutter nachgewiesen werden kann. Die Werte sind bei Missbildungen des Nervensystems erhöht, bei tiefen Werten kann eine Trisomie 21 (oder Down Syndrom) vorliegen.

Aids:

Acquired immune deficiency syndrome. Erworbene Immunschwächekrankheit durch Infektion mit dem HIVirus. Das Abwehrsystem der Leute, die an dieser Krankheit leiden, hat nicht mehr die Kraft, Bakterien, Pilze und Viren in Schach zu halten. Sie sterben deshalb an für andere Leute ungefährlichen Infektionen. Leider wird dieses Virus während der Schwangerschaft in einem hohen Prozentsatz auf das Baby übertragen.

Albumin:

Hauptbestandteil des Bluteiweisses. Kann im Urin der Schwangeren ein Anzeichen von Schwangerschaftsvergiftung sein.

Amnion:

Die Kind und Fruchtwasser umgebende Eihaut; griechisch für Lamm, weil Lämmer oft noch in der Fruchtblase geboren werden.

Amnioskopie:

Fruchtwasserspiegelung. Beurteilung der Farbe des Fruchtwassers.

Amniozentese:

Nur in Spezialfällen durchgeführte Fruchtwasseruntersuchung im Rahmen der vorgeburtlichen Diagnostik.

Anämie:

Blutarmut. Mangel an Blutfarbstoff (Hämoglobin) meist wegen zu geringer Eisenzufuhr. Sie fühlen sich müde. Zur Behandlung bekommen Sie eisenhaltige Tabletten verschrieben.

Anti-D-Prophylaxe:

Spritze zur Verhinderung von Antikörperbildung bei Rhesus-negativen Müttern.

Antikonzeption:

Empfängnisverhütung.

Apgar-Score:

Ein von der amerikanischen Narkoseärztin Virginia Apgar entwickeltes, bewährtes Schema zur Beurteilung des Gesundheitszustandes Ihres Babys kurz nach der Geburt.

B

BEL:

Beckenendlage. Das Baby liegt mit dem Po (Steiss) voran.

BIP:

Biparietaldurchmesser, Distanz von Schläfe zu Schläfe beim kindlichen Kopf. Wird bei der Ultraschalluntersuchung gemessen und ist eine wichtige Messgrösse bei der Bestimmung des Babyalters.

C

Caputsuccedaneum:

Geburtsgeschwulst. Durch den engen Geburtskanal verursachte, teigige, bläuliche Schwellung des Köpfchens. Bildet sich innert weniger Tage ohne Behandlung vollständig zurück.

Cerclage:

Naht, um bei drohender Frühgeburt wegen schlecht schliessenden Gebärmutterhalses (Cervix-Insuffizienz) den Muttermund zu verschliessen.

Cervix:

Gebärmutterhals.

CTG:

Cardiotokographie. Methode zur gleichzeitigen Messung des kindlichen Herzschlages (cardio) und der Wehentätigkeit (tokograph). Damit lässt sich der Zustand des Babys in Ihrem Bauch gut überwachen.

D

Dammschnitt:

Während der Geburt werden die Scheide und der Damm durch den Kopf des Babys stark gedehnt. Mit dem Dammschutz versucht die Hebamme das heraustretende Köpfchen zu bremsen und den Damm zu entlasten. Falls der Damm einzureissen droht, wird ein kontrollierter Schnitt gemacht. Diesen Dammschnitt spüren Sie kaum, weil das Gewebe durch den Druck des kindlichen Kopfes praktisch schmerzunempfindlich ist. Für das anschliessende Vernähen brauchen Sie jedoch eine örtliche Betäubung.

Diabetes mellitus:

Zuckerkrankheit.

E

Eklampsie:

Sehr selten vorkommender Endzustand der Schwangerschaftsvergiftung mit Krampfanfällen.

EPH-Gestose:

Fachname für Schwangerschaftsvergiftung. Abkürzung für: E = Ödem (englisch Edema für geschwollene Beine durch Wassereinlagerungen), P = Proteinurie (Eiweiss im Urin, vor allem Albumin), H = Hypertonie (Bluthochdruck).

Epi:

Episiotomie, siehe Dammschnitt.

EUG:

Extrauteringravidität: Das Baby hat sich ausserhalb der Gebärmutter eingenistet, meistens im Eileiter. Dort kann es aber nicht heranwachsen. Wird die Eileiterschwangerschaft nicht frühzeitig erkannt, kann es sehr gefährlich werden. Bei jedem starken Bauchschmerz in der Frühschwangerschaft (fünfte bis zehnte Woche) sollte daran gedacht werden.

F

Frühgeburt:

Geburt des noch unreifen Babys vor der 38. Woche.

Fundus:

Höchster Punkt der Gebärmutter.

G

Gemini:

Zwillinge.

Gestationsalter:

Alter des Babys seit der Befruchtung.

Glukose:

Blutzucker im Blut und im Urin zur Feststellung einer Zuckerkrankheit bestimmt.

Gravida:

Gibt an, um die wievielte Schwangerschaft es sich handelt. Gravida 2 heisst also, dass Sie zum zweiten mal schwanger sind.

Gravidität:

Schwangerschaft.

H

Hb:

Hämoglobin, Blutfarbstoff, welcher den Sauerstoff transportiert und dem Blut die rote Farbe gibt.

HT-Frequenz:

Herztonfrequenz. Anzahl der kindlichen Herzschläge pro Minute.

Hypertonie:

Bluthochdruck. Kann ein Anzeichen der Präeklampsie sein.

L

Lues:

Siehe Syphilis.

M

Mamille:

Brustwarze.

Mammae:

In der Medizin Ausdruck für Brust.

MM:

Muttermund. Öffnung der Gebärmutter.

O

o.B.:

Ordentlicher Befund, also alles in Ordnung.

Oxytocin:

Natürliches wehenauslösendes Mittel. Wird zur Geburtseinleitung, bei Wehenschwäche und bei Blutungen nach der Geburt gespritzt. Im Wochenbett zudem für das Stillen und die Verkleinerung der Gebärmutter wichtig.

P

Para:

Gibt an Ihre wievielte Geburt es ist. So steht zum Beispiel Primipara für Erstgebärende.

Placenta praevia:

Die Plazenta liegt zu weit unten und verdeckt so ganz oder teilweise den Muttermund. Kann eine Schnittentbindung notwendig machen.

Plazenta:

Mutterkuchen. Führt dem Baby in Ihrem Bauch die Nahrung zu. Auch Nachgeburt genannt, weil sie nach der Geburt des Kindes ausgestossen wird.

Portio:

Der Teil der Gebärmutter, welcher bei der vaginalen Untersuchung getastet werden kann.

Präeklampsie:

Verstärkte Form der Schwangerschaftsvergiftung mit Kopfweh, Augenflimmern und Bauchschmerzen. Kommt selten vor und ist bei Früherkennung mit Behandlung immer heilbar.

Protein:

Eiweiss.

Proteinurie:

Eiweiss im Urin.

Puerperalfieber:

Kindbettfieber. Ungenaue Bezeichnung für eine heute seltene Komplikation im Wochenbett, bei weIcher es durch Rückstau von keimhaltigem Wochenfluss zu einer akuten fieberhaften Erkrankung der Wöchnerin kommt, die heute jedoch heilbar ist.

Puerperium:

Wochenbett.

R

Rh-Inkompatibilität:

Unverträglichkeit der Rhesus-Faktoren.

S

Screening:

Reihenuntersuchung. Bei einer Vielzahl von Personen durchgeführte Untersuchungen zur Entdeckung von beschwerdearmen Krankheiten.

Sectio caesarea:

Kaiserschnitt oder Schnittentbindung. Operative Entbindung des Babys.

SFT:

Sabin-Feldman-Test, Blutuntersuchung zum Nachweis einer Toxoplasmeninfektion.

Soor:

Besiedelung der Scheide mit so genannten Candida Pilzen. Verursacht einen juckenden Ausschlag mit vermehrtem Ausfluss.

SS:

Schwangerschaft.

SSW:

Schwangerschaftswoche.

Syphilis:

Früher sehr verbreitete Geschlechtskrankheit, auch Lues genannt. Sie kann via Blut auch das noch ungeborene Baby befallen und zu schweren Schäden führen.

T

Termingeburt:

Normale Geburt zwischen der 38. und der 42. Woche.

Thorax:

Brustkorb.

Thrombose:

Bildung eines Blutgerinnsels, meist in einer Beinvene. Kann durch das Tragen von Stützstrümpfen verhindert werden.

Tokolyse:

Wehenhemmung.

Toxoplasmen:

Parasiten, welche beim Erwachsenen eine harmlose grippeartige Erkrankung oder Schwellung der Hals-Nacken-Lymphknoten verursachen, jedoch beim noch ungeborenen Baby durch den Befall des Gehirns und der Augen eine schwere Krankheit verursachen können. Hauptansteckungsquelle ist Katzenkot, aber auch rohes oder ungenügend gekochtes (saignant) Fleisch sollten Sie meiden.

U

Übertragung:

Geburt nach der 42. Woche.

US:

Ultraschall, Vorsorgeuntersuchung in der Schwangerschaft.

Uterus:

Gebärmutter.

V

Vagina:

Scheide.

W

WaR:

Wassermann-Reaktion. Routinemässig in der Schwangerschaft durchgeführter Suchtest für Syphilis.