Mein Körper nach der Geburt

Nach der Geburt passt sich Ihr Körper an die neue Mutterrolle an und durchläuft bestimmte physische und emotionale Veränderungen.

Das Baby ist endlich da! Herzliche Gratulation!

Nach dem glücklichen Ereignis braucht Ihr Körper mehrere Monate, um wieder zum Normalzustand zurückzukehren.

Es kommen einige körperliche Veränderungen auf Sie zu, während sich Ihr Körper von Schwangerschaft und Geburt erholt und beginnt, Milch für das Kind zu produzieren.

Ihr Körper verändert sich während Ihrer Schwangerschaft und Stillzeit.

Gebärmutterkontraktionen

Die während der Schwangerschaft stark ausgedehnte Gebärmutter braucht einige Wochen, um wieder auf Normalgrösse zu schrumpfen. Dies geht mit Kontraktionen einher, die sich anfühlen wie das Ziehen während der Periode.

Blutungen

In den ersten zwei bis vier Wochen nach der Geburt treten vaginale Blutungen auf, die Wochenfluss genannt werden und keine Monatsblutung darstellen. Dies geschieht sowohl bei einer vaginalen Geburt als auch nach Kaiserschnitt. In den ersten 12 bis 24 Stunden nach der Geburt sind die Blutungen recht stark, nach einigen Tagen wechselt die Farbe zu rosa bis bräunlich und schliesslich zu weiss.

Wenn Sie stillen, tritt voraussichtlich bis zum Abstillen keine Monatsblutung auf. Wenn Sie nicht stillen, kommt die erste Periode wahrscheinlich 4 Wochen nach der Geburt.

Hämorrhoiden

Hämorrhoiden nach der Geburt sind nichts Ungewöhnliches, in der Regel bilden sie sich nach einigen Tagen zurück. Sorgen Sie für weichen Stuhlgang durch ballaststoffreiche Ernährung wie Obst, Gemüse und Vollkorn und trinken Sie reichlich Wasser. Bei Bedarf lassen Sie sich von einer Fachperson zu Medikamenten gegen Hämorrhoiden beraten.

Um Harninkontinenz vorzubeugen, machen Sie weiterhin täglich Ihre Beckenbodenübungen.

Schwache Beckenbodenmuskulatur

In den vergangenen Monaten wurde die Beckenbodenmuskulatur stark beansprucht und ist nun möglicherweise geschwächt. Um Harninkontinenz vorzubeugen, machen Sie täglich Ihre Beckenbodenübungen.

Milchfluss

In den ersten Tagen nach der Geburt wird das sogenannte Kolostrum gebildet, eine eiweissreiche Vormilch mit vielen wichtigen Nährstoffen und Antikörpern für das Neugeborene. Der Übergang zur regulären Muttermilch beginnt dann 2 bis 3 Tage nach der Geburt. Wenn Sie stillen, werden in der ersten Woche etwa 300–500 ml Milch pro Tag gebildet. Später steigt dies je nach Bedarf des Babys auf etwa 600–700 ml an.

Stillen

Ärzte und Hebammen empfehlen, wo immer möglich, das Stillen. Stillen hat viele Vorteile für Sie und Ihr Kind.

Vorteile des Stillens:

  • Es fördert die Mutter-Kind-Bindung
  • Es unterstützt die körperliche Rückbildung der Mutter
  • Stillzeiten sind Auszeiten vom anstrengenden Alltag und fördern so die Entspannung

Vorteile der Muttermilch für das Kind:

  • Muttermilch enthält wichtige Nährstoffe für Wachstum und Entwicklung
  • Muttermilch bietet Schutz gegen viele gängige Gesundheitsprobleme
  • Stillen ist kostengünstig und praktisch

Die Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie und die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung empfehlen ausschliessliches Stillen während der ersten vier bis sechs Monate nach der Geburt. Natürlich ist diese Entscheidung immer von Ihren persönlichen Umständen und dem fachlichen Rat abhängig.

Ausgewogene und vielseiteige Ernährung in der Stillzeit für nahrhafte Muttermilch

Nach etwa 4 Wochen hat sich meist ein relativ regelmässiger Trinkrhythmus eingestellt, und Sie können Ihren Tagesablauf entsprechend planen.

Trinkrhythmus

Dieser ist bei jedem Baby anders. Mit der Zeit werden Sie herausfinden, wie es am besten funktioniert.

In den ersten Wochen kann ein Stillkind innerhalb von 24 Stunden 8 bis 12 Mal nach Nahrung verlangen. Flaschenkinder haben etwas seltener Hunger, anfangs etwa 8 Mal am Tag.

Nach 4 Wochen hat sich meist ein relativ regelmässiger Trinkrhythmus eingestellt, und Sie können Ihren Tagesablauf entsprechend planen.

Beim Stillen kann es etwas dauern, bis Sie den Dreh heraus haben. Bei Schwierigkeiten wenden Sie sich an Ihre Hebamme oder Stillberaterin.

Muttermilch lässt sich auch abpumpen und für später im Kühlschrank aufbewahren, wenn Sie zur Stillzeit nicht da sein können.

Sex nach der Geburt

Es ist völlig normal, wenn Sie in den ersten Wochen oder Monaten nach der Geburt keine Lust auf Sex haben. Der Körper braucht Zeit, um sich zu erholen, und vielleicht sind Sie auch viel zu müde, um erotische Gefühle zu entwickeln. Haben Sie aber Lust auf Sex, so sollten Sie damit warten, bis der Wochenfluss aufgehört hat. Wenn Sie eine Dammnaht hatten, kann es etwas länger dauern, bis Sie sich beim Sex wieder wohl fühlen.

Empfängnisschutz

Wenn Sie keinesfalls sofort wieder schwanger werden möchten, verwenden Sie eine geeignete Form der Empfängnisverhütung. Dass Stillende nicht schwanger werden können, trifft nicht zu; manche Frauen haben den Eisprung durchaus normal während der Stillzeit. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Methoden zur Empfängnisverhütung sich für Sie am besten eignen.

Achten Sie auf Ihre Gefühlslage

Eine gewisse Traurigkeit und Weinerlichkeit in den ersten 3 bis 4 Tagen nach der Geburt ist recht verbreitet – Hormone und Übermüdung sind der Grund. Verschlimmern sich diese jedoch und haben Sie das Gefühl, dass Ihnen alles zu viel wird, sprechen Sie mit einer Fachperson.

Mehr Tipps für die ersten Monate mit dem Kind

Nun wissen Sie mehr darüber, was nach der Geburt mit Ihrem Körper passiert. Noch mehr Informationen und Tipps zu den Herausforderungen dieser ersten, ganz besonderen Zeit mit dem Kind finden Sie in unseren Tipps zur Ernährung und Lebensweise.